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Osteoporose-Therapie

Stabilität der Knochen

Ziel einer jeden Osteoporose-Therapie ist es, die Stabilität der Knochen zu erhalten oder sie wieder aufzubauen. Die Werte der Knochendichtemessung, wie sie im Rahmen der Diagnose festgestellt wurden, sind nicht fix, sie sind veränderlich. Und diese Veränderung zum Positiven ist das Ziel der Therapie. Die beiden wichtigsten Teile einer Behandlung sind richtige Ernährung (ausreichend Kalzium und Vitamin D) und ausreichend Bewegung (Kräftigung der Muskulatur und Aufbau von Knochendichte). Auch Medikamente können zum Einsatz kommen, aber ohne Ernährung - reich an Vitaminen und Mineralstoffen -, und entsprechende Bewegung ist auch ihre Wirkung eingeschränkt.

Das Wolff’sche Gesetz

Das Wolff’sche Gesetz ist eine der grundlegenden Regeln in der Orthopädie und gilt auch besonders für die Osteoporose-Therapie. Zentraler Gedanke ist, dass sich der Knochen aktiv an Beanspruchungen und Kräfteverhältnisse anpasst. Werden also die Knochen beansprucht und belastet, baut der Körper die Knochensubstanz auf. Oder kurz: Die Form folgt der Funktion. Das gilt für die äußere Form und innere Struktur des Knochens.

Die Form folgt der Funktion

Das Wolff'sche Gesetz wurde vom Berliner Mediziner Julius Wolff im 19. Jahrhundert nach einer Reihe von Beobachtungen und Messungen am Knochen aufgestellt. Der Knochen nimmt an Festigkeit zu und baut sich auf, wenn er belastet wird. Und umgekehrt: ein Knochen der nicht oder nur wenig gebraucht, sprich belastet wird, baut sich ab.

Welche Wirkung hat eine Belastung, die die Osteoporose Werte verbessern kann? Die Wirkung beruht auf zwei miteinander verbundenen Eigenschaften: der Knochen baut sich um und er passt sich an. Das heißt die Stabilität des Knochens wird geprägt durch seine natürliche Fähigkeit sich an Belastungen durch Umbau anzupassen. Je nach Anforderung wächst ein Knochen anders - fester, wenn er belastet wird oder schwächer, wenn er nicht gefordert wird.

Ein sichtbares Ergebnis hinsichtlich der Stabilität der Knochen ist auch, dass sich die feinen Knochenbälkchen, z.B. im Inneren der Röhrenknochen, genau entsprechend der physikalischen Belastungslinien ausrichten. Dr. Wolff belegte eindeutig den Zusammenhang zwischen Ausrichtung der Knochenbälkchen und Richtung der mechanischen Kräfte, die auf den Knochen aufgreifen - dieser Zusammenhang ist maßgebend für die Architektur unserer Knochen. Und somit für deren Stabilität.

Belastung, die die Osteoporose Werte verbessert

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Je fester und stabiler, desto sicherer und haltbarer

Die Knochendichte ist ein wesentliches Merkmal für die Stabilität der Knochen. Im Prinzip ganz einfach: je fester und stabiler, desto sicherer und haltbarer. Dabei sorgt unser Knochen, wenn wir ihn regelmäßig belasten, ganz von allein dafür, dass er den Belastungen gerecht werden und sie aushalten kann. Das besagt schon das Wolff'sche Gesetz: der Knochen passt sich aktiv an Beanspruchungen und Kräfteverhältnisse an. Werden also die Knochen beansprucht, baut der Körper die notwendige Knochensubstanz auf - will man also stärkere Knochen, muss man sie belasten. Gerade bei Osteoporose klingt dies auf den ersten Blick merkwürdig, auch wenn es sich genauso verhält.

Leichter verständlich ist das Gesetz von Julius Wolff wenn man es umkehrt sieht und dabei außerdem beachtet, dass der Körper sehr wirtschaftlich mit seinen Ressourcen arbeitet: ein Knochen, der nicht oder zu wenig belastet wird, wird vom Körper als 'nicht gebraucht oder nicht notwendig' eingestuft. Und abgebaut.

Dieser sehr einfache Zusammenhang spielt bei der Osteoporose-Therapie eine große Rolle. So einfach es auch klingen mag, die Belastung der Knochen ist mitentscheidend für die gesamte Therapie. Daher ist Bewegung zum Training der Muskulatur und Belastung zum Aufbau der Knochen unabdingbar.

Therapie mit dynamischen Kraftspitzen

Dabei reagiert der Knochen auf speziell abgestimmte Bewegungsimpulse mit dynamischen Kraftspitzen besonders gut. Die Weltraummedizin weiß seit Ende des letzten Jahrhunderts wie wichtig die Belastung des Knochens bei Astronauten ist: im schwerelosen Zustand des Weltalls kann sich ein Astronaut so viel bewegen wie er will, wenn er keine Belastung auf die Knochen bekommt, degenerieren sie. Mit Low Intensity Vibration (LIV) kann er seine Knochen gesund erhalten. Daraus resultierte dann später auch die Osteoporose-Therapie, wie sie hier beschrieben wird - eine Therapie, die die Knochenstruktur bei Osteoporose berücksichtigt und mit sanften Impulsen den Knochen aktiviert.

Ähnlich wie bei der Muskulatur gilt auch für den Knochen, dass Beanspruchung und Belastung dazu beitragen, dass Knochensubstanz aufgebaut wird. Es gibt jedoch Unterschiede im Training der Muskulatur und des Knochens: Beim Knochen sind die sogenannten Kraftspitzen und die Dynamik entscheidend. Belastung und Entlastung im Wechsel. Und häufige Wiederholung.

Osteoporose Werte verbessern

Der Knochen reagiert auf speziell abgestimmte Bewegungsimpulse besonders gut. Wenn es darum geht, die Werte der Knochendichte (T-Wert der BMD, aus dem Englischen für Bone Mineral Density) zu verbessern, dann führen mehrere Wege zum Erfolg: Medikamente beispielsweise können sich auf die Reduzierung des Abbaus von Knochensubstanz beschränken, Bewegung beispielsweise konzentriert sich auf den Knochenaufbau. Um nun die Osteoporose Werte zu verbessern gibt es wiederum spezifische Bewegungen am Knochen, die mithelfen ihn wieder aufzubauen.

Genauer als Bewegung beschreibt der Begriff Belastung das, was hilft. Denn der Knochen reagiert, siehe oben, weniger auf Bewegung sondern mehr auf Belastung. Und die geeignete Belastung hilft die Osteoporose zu verbessern.

Viel hilft nicht viel

Entscheidend sind die dynamischen Kraftimpulse in der richtigen Stärke – das gilt auch für bereits bestehende Osteoporose. Wobei die auftretenden Kräfte (also die Stärke der Kraftimpulse) bei der Therapie besonders auf den Knochen abgestimmt sein müssen.

Hier gilt definitiv nicht: Viel hilft viel. Im Gegenteil, die Therapie muss die Struktur des Knochens berücksichtigen. Und die Belastung muss häufig und regelmäßig wiederholt werden. Es sind die dynamischen Kraftimpulse die den Aufbau unterstützen. Und das kann man sogar sehen...  » Zunahme Knochendichte

Knochen und Struktur

Der Knochen besteht aus verschiedenen Gewebearten unterschiedlicher Zusammensetzung. Große Röhrenknochen (wie z.B. der obere Teil unseres Oberschenkels - siehe Abbildung oben) bestehen außen aus einer starken, dichten Struktur aus Gewebefasern, dies ist der kortikale oder auch feste Knochen. Innerhalb befindet sich der schwammartige, trabekuläre Knochen mit feinen Knochenbälkchen (Trabekel), dies ist der Bereich, der durch die Osteoporose hauptsächlich betroffen ist. Sowohl äußere Form als auch innere Struktur des Knochens passen sich ständig an die mechanische Beanspruchung an ("Wolff’sches Gesetz").

Mikroarchitektur des Knochens

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Osteoporose Therapie und Training

Eine Frage, die Betroffene immer wieder stellen, ist, wie man sich den Knochenaufbau vorstellen kann. Wichtig sind die dynamischen Kraftimpulse, die auf den Knochen abgestimmt sind. Entscheidend ist die richtige Stärke und die häufige Wiederholung der Behandlung.

Prof. Dr. Clinton Rubin konnte in einer Vergleichsstudie optisch sehr eindrucksvoll zeigen, wie sich der Knochenaufbau und somit die Zunahme an Knochendichte und die Vernetzung in der inneren Struktur entwickelt. (siehe Abbildung unten)

Zunahme der Knochendichte

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Der innere Teil der Röhrenknochen hat relativ wenig Masse (verglichen mit dem gesamten Knochen), stellt aber eine sehr große Oberfläche dar. Mit seinem Gerüst trägt diese Struktur mit ihren vielen, feinen Knochenbälkchen (Trabekel) intensiv dazu bei, dass der Knochenstoffwechsel ermöglicht wird und dass verschiedene Zelltypen dem Organismus rasch zur Verfügung stehen. Kleinste Belastungen mit optimaler Frequenz führen zur Bildung von hochqualitativer Knochensubstanz, neuen Knochenbälkchen, intensiverer Vernetzung und zum Aufbau einer stabileren Struktur.

Prof. Kemmler und Dr. von Stengel, beide vom Osteoporose Forschungszentrum der Universität Nürnberg-Erlangen, schreiben in ihrem Beitrag 'Ganzkörpervibrationstraining' (Mobiles Leben, 3-2015): "Wegweisend war eine Studie von Prof. Rubin aus Amerika, in der ein Vibrationstraining ... zu einer Erhöhung der Knochendichte des Oberschenkels um 34% und einer Steigerung der Bruchfestigkeit um 27% führte" (Zitat Ende). Und hier ist unser medizinischer Leiter Prof. Rubin gemeint und die Low Intensity Vibration Therapie. Es hat sich also bereits in der Osteoporose-Community herumgesprochen, dass neuartige Verfahren zu guten Ergebnissen führen.

Beispiel: Zunahme der Knochendichte pro Jahr in %

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Was viele Betroffene nicht wissen...

Natürlich gehört zur Therapie bei Osteoporose mehr als nur die Bewegung bzw. die effektive Belastung der Knochen. Beispielsweise ein gesunder Lebensstil, eine geeignete Ernährung, um dem Körper die Vitamine (vor allem Vitamin D) und Mineralstoffe (vor allem Kalzium) zum Aufbau zur Verfügung zu stellen. Bei ausgeprägten Krankheitsbildern können sogar Medikamente (meist Bisphosphonate) als Teil der Behandlung hinzukommen, die den Abbau an Knochensubstanz bremsen sollen.

Was viele Betroffene nicht wissen: Medikamente alleine können aber nur einen Teil der Therapie darstellen und auch deren Wirkung arbeitet immer mit einem entsprechenden Training und einer geeigneten Ernährung besser. Die Medizin ist sich darüber einig, dass die Belastung der Knochen unverzichtbar ist und immer einen Teil der Therapie darstellen muss - "muss", nicht sollte!

Low Intensity Vibration ist effektive Therapie

Low Intensity Vibration (LIV) ist ein sehr sanftes und nachgewiesenermaßen sehr effektives Training mit dem der Knochenaufbau gezielt unterstützt wird. Das Training gibt Ihrem Körper dynamische Kraftspitzen - Impulse, die ihrerseits wieder die Aktivität und Bildung von Knochenaufbau-Zellen (Osteoblasten) ansprechen. Diese Impulse sind mit der körpereigenen Aktivität der Typ 2A Muskelfasern eng verwandt: es sind Impulse, die aktivierend auf Knochen, Muskulatur, Stoffwechsel und Herz-Kreislauf wirken. Das Ziel ist immer: gesunde, stabile Knochen und effektive Osteoporose-Therapie.

Aktivierung der Stammzellen

Eine primäre Wirkung der Signale zwischen Muskelgewebe und Knochen ist die Stimulation von mesenchymalen Stammzellen (MSCs). Diese Stammzellen können sich hinsichtlich ihrer Entwicklung hin zu verschiedenen Zelltypen orientieren. Sie haben die Fähigkeit sich in Richtung einer Knochen-, Knorpel- oder Fettzelle zu entwickeln.

Jüngere, aktive Menschen einer gesunden Muskelmasse, haben schnelle, kräftige, körpereigene Signale, die stark genug sind, um die MSCs in Richtung Knochenaufbau (Osteoblasten) zu stimulieren. Ältere oder weniger aktive Menschen haben weniger oder schwächere Signale, die wiederum zu einer verstärkten Produktion von Fettzellen und einer verminderten Produktion von neuen Knochenaufbauzellen beitragen. Das heißt: mehr Fett statt Knochenmasse. Marodyne LIV imitiert die stärkeren Signale und repliziert das Verhalten einer gesunden Muskelstruktur, um den Aufbau von Fettzellen zu reduzieren und die Produktion von Knochenzellen zu aktivieren. Auf diese Weise trägt Marodyne LIV dazu bei, den Abbau an Knochenmasse zu stoppen und verstärkt mit dem Aufbau eines gesunden muskuloskelettalen Systems zu beginnen (muskuloskelettal = die Muskulatur und das Skelett betreffend).

Eigeninitiative zur Osteoporose-Therapie

Mit der Hilfe der LIV-Therapie kann jeder selber aktiv viel gegen Osteoporose tun! Auch bei bereits bestehender und ausgeprägter Osteoporose und in jedem Alter. Sie hilft, sie stärkt und stabilisiert den Knochen. Nur, wie bei vielen Krankheiten, steht die Eigeninitiative und die Bereitschaft zur Selbsthilfe an der Spitze der Therapie. Helfen Sie sich selbst...

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